Auch im Februar zeigte sich wieder eindrucksvoll die große Bandbreite fotografischer Ansätze in unserem Club – von grafischer Architektur über feine Makroarbeiten bis hin zu stimmungsvollen Landschaften.
Die Diskussionen waren entsprechend vielfältig: von der Frage nach dem klaren Hauptmotiv bis hin zu bewusster Reduktion und gestalterischer Konsequenz.
Den ersten Platz sicherte sich in diesem Monat Oliver mit seinem Blick auf das Luma-Projekt in Arles. Mit einem Durchschnitt von 7,46 setzte sich seine Aufnahme deutlich an die Spitze. Der ungewöhnliche Zuschnitt und die schräge Ausrichtung sind hier kein Selbstzweck, sondern konsequent eingesetzte Gestaltungsmittel: Die diagonalen Linien kippen jede Erwartung von Stabilität und verwandeln Architektur in eine fast abstrakte, dynamische Komposition. Das harte Schwarzweiß verstärkt diesen Eindruck zusätzlich – Rhythmus, Wiederholung und Materialität der Fassadenplatten treten klar hervor. Die kleinen Figuren in den Fenstern geben dem Auge Halt und beleben die ansonsten sehr grafische Struktur.
Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Monatsmeisterschaft Februar 2026.

Platz 1 – Ø 7,46 Punkte, Oliver
Dahinter platzierte sich Dittmar auf Rang zwei (Ø 7,21) mit seiner Aufnahme der Konzertmuschel in Sassnitz. Hier überzeugt vor allem die konsequente Nachbearbeitung, die das Motiv von störenden Elementen befreit und auf seine wesentlichen Formen reduziert. Die strenge Symmetrie und die ruhigen Flächen verleihen dem Bauwerk eine fast ikonische Präsenz. Besonders gelungen ist das Farbspiel: warme Ocker- und Sandtöne treffen auf einen kühlen, dramatischen Himmel. Diese Farben finden sich im gesamten Bild wieder und sorgen für eine geschlossene, harmonische Wirkung – eine Arbeit, die stark von bewusster Reduktion und klarer Inszenierung lebt.

Platz 2 – Ø 7,21 Punkte, Dittmar
Auf dem dritten Platz folgt Wilfried (Ø 6,96) mit einer Makroaufnahme, die sich fast vollständig von der Gegenständlichkeit löst. Die ausgeprägte Symmetrie und die reduzierte Farbpalette machen das Bild zu einer grafischen Studie. Die feinen Strukturen ziehen den Blick ins Zentrum, der gewählte Ausschnitt wirkt bewusst gesetzt und bleibt im Gedächtnis.

Platz 3 – Ø 6,96 Punkte, Wilfried
Auch Dittmar und Wilfried herzlichen Glückwunsch zu den Platzierungen.
Mit einem Durchschnitt von 6,75 erreichte Volker den vierten Platz. Seine Strandaufnahme lebt vor allem von der Lichtstimmung: Das warme Licht im Vordergrund führt den Blick ins Bild hinein und schafft Tiefe. Positiv hervorgehoben wurde die Reduktion der Personen – der Ort selbst wird hier zum eigentlichen Protagonisten, nicht ein einzelner Moment.
Benno landete mit 6,63 Punkten auf Rang fünf. Seine Aufnahme von der Cranger Kirmes besticht durch eine intensive Farbharmonie und die spannende Nutzung von Spiegelungen, die dem Bild eine leicht surreale Wirkung verleihen. Gleichzeitig wurde diskutiert, dass eine zweite Person im Hintergrund die ansonsten klare Bildaussage etwas reduziert.
Den sechsten Platz belegte Jörg-Ilja (Ø 6,54) mit einem klassischen, aber sehr sauber umgesetzten Makro eines Schmetterlings aus dem Maximilianpark Hamm. Das Motiv ist gestochen scharf, während die Umgebung in weichem Bokeh verschwindet – eine klare Trennung, die den Blick gezielt lenkt.
Auf Rang sieben (Ø 6,29) findet sich Ingo mit seiner Aufnahme des Mäuseturms am Hengsteysee wieder. Die Bearbeitung verleiht dem Bild eine bewusst historische Anmutung. Der starke Kontrast zwischen den dunklen Ästen, dem hellen Schnee und dem von der Sonne beleuchteten Turm sorgt für Spannung, während die Äste gleichzeitig als Rahmung dienen – wenn auch recht dominant.
Anja erreichte mit 6,21 Punkten den achten Platz. Ihre Aufnahme aus der Schweiz zeigt Granitfelsen mit sichtbaren Gletscherspuren und lebt von klaren Strukturen und Kanten. Der Übergang vom Fels zum Wasser ist besonders gelungen, die zurückhaltende Bearbeitung lässt die natürlichen Farben für sich sprechen.
Den neunten Platz belegte Karl-Ulrich (Ø 5,83) mit einer Winterlandschaft, die ein schönes Beispiel für Layering bietet und deutlich Tiefe erzeugt. Gleichzeitig stellte sich in der Diskussion die Frage nach einem klaren Hauptmotiv. Der warme Ton des Baumstumpfs setzt dabei einen interessanten Kontrast zur ansonsten kühlen, monochromen Szenerie.
Fazit
Der Februar-Wettbewerb hat einmal mehr gezeigt, wie entscheidend bewusste gestalterische Entscheidungen sind. Besonders die vorderen Platzierungen verdeutlichen, dass konsequente Komposition, klare Reduktion und gezielte Nachbearbeitung ein Bild tragen können. Gleichzeitig bleibt die Frage nach dem Hauptmotiv ein zentrales Thema – denn selbst starke Ansätze erreichen keine optimale Wirkung, wenn der Blick nicht eindeutig geführt wird.
Vielen Dank an Alle, die wieder mitgemacht haben.Text: Jörg-Ilja Haußmann und Dittmar Graf
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Monthly Championship Februar 2026
Auch im Februar zeigte sich wieder eindrucksvoll die große Bandbreite fotografischer Ansätze in unserem Club – von grafischer Architektur über feine Makroarbeiten bis hin zu stimmungsvollen Landschaften. Die Diskussionen waren entsprechend vielfältig: von der Frage nach dem klaren Hauptmotiv bis hin zu bewusster Reduktion und gestalterischer Konsequenz. Den ersten Platz sicherte sich in diesem Monat […]