Wir waren Pilze “sammeln!”

Pilzansammlung

Am 12. Oktober ging es nachmittags auf Pilzexkursion in den Wald zwischen Dortmund und Schwerte – beim Freischütz.
Jörg und ich machten eine Stunde vor der vereinbarten Zeit eine Erkundungsrunde, ob überhaupt Pilze zu finden wären.

Schon in der Vorrunde wurde klar, dass es hier Pilz-Motive ohne Ende gab. Wir waren dann letztendlich zu siebt und stiefelten mit kleinem und großem Gepäck in den Wald.

Dem einen reichte eine kleine Fototasche, dem anderen baumelten gleich zwei davon um den Hals und der Dritte brauchte schon einen kleinen Sulki für die Ausrüstung. Aber man kann ja im dunklen Wald auch so vieles gebrauchen, Stativ, Licht, LED Pads Taschenlampen, Reflektoren, Kniekissen, Kirschkernkissen, vieles davon kam mit.

Keine 100 Meter den Hauptweg entlang, standen 3 prächtige Safranschirmlinge (Macrolepiota rhacodes), die als erste Motive herhalten mussten. Schnell verteilten sich die Teilnehmer und suchten auch in der nahen Umgebung nach den Fruchtkörpern und wurden mit büschelig wachsenden Hallimasch (Armillaria ostoyae) sofort fündig.
Um das fotografische Geschehen etwas aufzulockern, wanderte eine Fraktion noch 50 m weiter und stieß auf einen sehr fotogenen großen Buchen-Schleimrübling (Mucidula mucida). Nun konnten wir uns fotografisch austoben und mit Licht, ausgefallenen Perspektiven und allem, was die Kameras hergaben, experimentieren.

Als ich wieder zur ersten Gruppe zurückging, fand ich den fotografischen Hauptgewinn des Tages: einen mächtigen liegenden Buchenstamm unweit von den Schirmlingen, über und über besiedelt von einer großen Kolonie Buchen-Schleimrüblinge. Ein Anblick wie aus einer anderen Welt, denn hier hatten die zahllosen Pilze mit ihrem Sporenpulver die nahe Umgebung mehlig-hellgrau eingefärbt.

Die unterschiedlichen Stadien der Protagonisten boten uns sehr spannende Motive. Die Höhe der Pilzgruppen an dem ca. 90 cm mächtigen Stamm machte es für uns fast bequem zu fotografieren.

Alle fotografierten zwar Pilze, aber jeder verfolgte einen anderen Ansatz: mit und ohne Hilfslicht, Single-Shotmakros, mit dem Finger gesetzte Schärfepunkte über das Touchdisplay oder automatische Bracketingreihen.
“Altglas” kam gezielt zum Einsatz und spielte seine Stärken in wunderschönen Bokehs aus. Auch kuriose Nebenschauplätze wurden entdeckt. So hing ein Kugelschreiber im Gezweig und in einer Wurzelhöhle mit Pilz am Eingang hatte es sich ein Frosch bequem gemacht – Beobachtungsübungen.

Als es dann rasch dunkler wurde und die Ausbeute schon schwer in der Speicherkarte lag, beendeten wir sehr zufrieden und glücklich über die gemeinsame Pilz-Wald-Erfahrung die Exkursion.

Und woran erkennt man, dass eine Exkursion gut war? Zum einen, wenn die Pilzfotos schnell in unserem internen Forum landen und wenn die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich in den Folgetagen noch einmal alleine in die heimischen Wälder wagen, um in aller Ruhe und konzentriert Pilze zu fotografieren.
So wurden Wald und Wälder vor den jeweiligen Haustüren nochmal von den Pilzfotografen und Fotografinnen heimgesucht.

Das Ergebnis:

Text: Ingo Langner
Titelbild: Rainer Wulfert