Deutschlandtreffen der Urban Sketcher – Samstag

Nachdem der erste Tag des Deutschlandtreffens vorwiegend dem Kennenlernen der Innenstadt und der weiteren Teilnehmern gewidmet war, fand der zweite Tag überwiegend in Kleingruppen statt. Insbesondere für die Workshops unter der Leitung bekannter Referenten am Samstagvormittag waren die Teilnehmer angereist.

 

Workshops

Von 10:00 bis 13:00 Uhr fanden parallel 12 Workshops statt. Daraus ergaben sich Gruppenstärken von rund 15 Personen pro Kurs. Wir waren mit sieben Fotografen im Einsatz und begleiteten insgesamt sechs Workshops mit unseren Kameras.

 

Anita Ulrich: Architektur und Atmosphäre – schnelles Skizzieren mit Aquarell

“Mit Aquarellfarben kann man besonders schön die Stimmung auf Gebäuden einfangen. Einfache Flächen, die Licht und Schatten darstellen, können sogar die Vorzeichnung ersetzen, wodurch selbst anspruchsvolle Architektur im Bild machbar, einfach und dennoch sehr effektvoll wird. Kreativ die Farben auswählen und zusammenlaufen lassen – das gibt den Skizzen Spaß und das besondere Flair.” – Anita Ulrich

Ort: Zeche Zollern

 

Arno Hartmann: Raumeindrücke in der “Kathedrale der Arbeit”

“Mit der Zeche Zollen von 1889 hat Dortmund ein Schmuckstück der Industriekultur zu bieten, das wie ein Schlosskomplex angelegt ist. Glanzpunkt ist die Maschinenhalle aus Eisenfachwerk, die sich mit ihrer Gliederung in Lang- und Querhaus, dem prächtigen Jugendstilportal und der in Marmor gefassten Schalttafel wie eine „Kathedrale der Arbeit“ präsentiert. Mit dieser Halle und ihren reizvollen Motiven wollen wir uns in diesem Workshop beschäftigen: Wir finden heraus, wie wir die komplexen Formen des Innenraums perspektivisch vereinfachen und mit wenigen Aquarell- oder Markerflächen in wirkungsvolle Raumskizzen umsetzen können. Wir erkunden Details und lernen Tipps und Tricks kennen, um Schwungräder, Wellen und Maschinengehäuse mit ihren Kreisformen perspektivisch richtig zu zeichnen. Wir spüren den Kontrasten aus braunem Dach, grauen Fachwerkträgern, dunklen Maschinen und hellen Fensterflächen nach und erzeugen effektvolle Licht-Schatten-Perspektiven. Nach und nach komponieren wir unsere schnellen Perspektiven zu einer ansprechenden Zusammenstellung unterschiedlichster Perspektiven der Maschinenhalle.” – Arno Hartmann

Ort: Zeche Zollern

 

Dietmar Stiller: Quick & Dirty

“Ganz Dortmund wird eine große Bühne. Historisches und verwinkelte Gassen in der Altstadt, Kulturstätten, Hafengebiete, Arbeiterviertel … Ein Paradies für alle, die gerne sketchen, malen und viel Zeit und Geduld mitbringen. Doch was machst Du, wenn Du ungeduldig bist? Wenn Du nur wenig Zeit hast? Wenn Du möglichst viele unterschiedliche Eindrücke bei Deinem Sketch Walk umsetzen willst?
In meinem Crashkurs zeige ich euch meinen Weg zu spontanen und lockeren Skizzen. “Quick & Dirty” heißt dieses Konzept. Hierbei fertigst Du stimmige Speed-Sketches ohne Anspruch auf Perfektion an. Die Devise lautet: Du kannst nicht alles zeigen. Also skizziere schnell und zeichne nur das Wichtigste! Denn auch ohne Detailverliebtheit werden diese Skizzen persönlich und stimmungsvoll aufgeladen sein von Deiner ART der Sichtweise.” – Dietmar Stiller

Ort: Kaiserviertel

 

Mathes Schweinberger: Kokerei Hansa im Großformat

“Der auf dem Industriemuseum der “Kokerei Hansa” In DO-Huckarde geplante Zeichenworkshop rückt die Welt der Rohre, der Gerüstkonstruktionen, der bröckelnden Ziegelmauern und der überwucherten Betontrümmer in den Fokus. Anders als beim innerstädtischen urban sketching, wo Architektur, Passanten und Werbeschilder in Konkurrenz treten, interagieren hier Technik, verfallende Architektur und wuchernde Natur.
Um dieses spannende Ineinander einzufangen, empfiehlt es sich, Licht und Schatten herauszuarbeiten, nach Kontrasten zu schauen, mit klaren Strukturen das Chaos auf dem Papier zu bändigen. Dafür eignet sich die Zeichenkreide ( Pittkreide-Stäbchen) besonders gut, da sie die ganze Bandbreite von feinen und kräftigen Strichlagen, körnigen “Breitseiten”, weich gewischten Flächen, ausradierten Lichtbahnen und sogar feucht vermalten Partien ermöglicht.
Ergänzend können die Zeichnungen auch mit einer naturnahen Farbskala aus Erdtönen und Grünschattierungen koloriert werden (Aquarellfarben). Als Blattgrösse empfehle ich ein für das urban sketching eher ungewöhnlich grosses Format von A2 (Zeichenblätter und Zeichenbretter aus Hartfaser werden gestellt), damit sich der Strich dynamisch und kraftvoll entfalten kann.” – Mathes Schweinberger

Ort: Kokerei Hansa

 

Thomas Bickelhaupt: Hässlich ist verlässlich.

“Der urbane Raum weist eine Vielzahl von Spannungen auf. Wir suchen und zeichnen Orte, die uns berühren, anziehen, abstoßen oder einfach nur irritieren und entwickeln gestalterische Möglichkeiten, um diese Spannungen aufzuzeigen. Gemeinsam gehen wir in Dortmund auf Zeichensafari.” – Thomas Bickelhaupt

Ort: Nordmarkt

 

Till Lenecke: Leichter Zeichnen mittels guter Komposition

“In der bildenden Kunst ist die Komposition eine Bezeichnung für den formalen Aufbau von Kunstwerken, der die Beziehungen der Gestaltungselemente untereinander betrifft. Der Begriff wird nicht nur bei flächigen Techniken (Gemälde, Zeichnung, Grafik, Relief, Fotografie) angewendet.
In der Architektur dagegen spricht man von Kompositionen, die auch räumlich verstanden werden können.
Wir gehen durch den Dortmunder Hafen und studieren wie man sich durch klugen Bildaufbau und gute Komposition das Zeichnen einfacher machen kann.
Durch klugen Bildaufbau lassen sich gefürchtete Lerninhalte wie Perspektive und Proportionen leicht und mit Spaß erlernen.” – Till Lenecke

Ort: Hafen

 

Sketchwalks

Nach den Workshops am Vormittag wurden von 15:00 bis 18:00 Uhr weitere Sketchwalks angeboten. Diese waren exklusiv für die Teilnehmer organisiert und durch ein Mitglied des Dortmunder Orga-Teams geführt. Auf Wunsch der Sketcher deckten wir von den zehn parallel stattfindenden Sketchwalks in erster Linie die Veranstaltung “Sketch by bike” ab.

 

Hafen

“Zwar kreischen keine Möwen über den Köpfen, gleichwohl ist eine Weitläufigkeit und eine Weite des Horizonts zu spüren, wie an kaum einem anderen Ort in Dortmund.
Seit 1899 verbindet der Dortmund-Ems-Kanal die Stadt mit der Nordsee und erreicht nach 225 Kilometern die Ems bei Papenburg.
Wirtschaftliche Bedeutung erlangte er vor allem durch den Import von Erz und den Export von Kohle. Heute dominieren die Containerterminals den größten Kanalhafen Europas.
Während andernorts innerstädtische Hafenareale Wohn- und Freizeitnutzungen weichen, ist der Dortmunder Hafen weiter eine durch Geschäftigkeit geprägte Drehscheibe zum Warenumschlag und ein wichtiger Industrie- und Logistikstandort.
Vor dem Hintergrund der privilegierten Lage am nördlichen Rand der Innenstadt suchen unter dem Motto “Ships + Chips” auch Medien- und Technologieunternhemen sowie Kultureinrichtungen und Gastronomie zunehmend die Nähe zum Wasser.
Nur wenig kanalaufwärts trainiert der “Deutschland-Achter” beim Bundesstützpunkt des Ruderleistungszentrums für seine nächsten Wettkämpfe.
Gleichsam als ruhender Pol beherrscht das Hafenamt die Szenerie und kündet mit seinem an einen Leuchtturm erinnernden Aufsatz von der Sehnsucht nach dem Meer.
Diesen Ort im Aufbruch wollen wir zeichnerisch erkunden.” – Axel Wibbelt

 

Kreuzviertel

“Sketchwalk durch das beliebte Wohn- und Szeneviertel. Individuelle Häuser aus der Zeit der 1900er bis 1920er Jahre mit Jugendstilfassaden und genossenschaftlichen Wohnblöcken prägen das Kreuzviertel, in dem wir trendige Cafés, Kneipen und alternative Läden vorfinden. Bei unserem Walk werden wir neben den schönen Häusern und Straßen auch das öffentliche Stadtleben und -flanieren erkunden und in unseren Sketchbooks festhalten.”- Wilfried Ahlmeyer

 

Westfalenhallen & Stadion

“”You never walk alone”: Das Motto des BVB 09 passt auch auf uns Sketcher. Das Signal-Iduna-Stadion, die Westfalenhallen und die Messe: Hier waren sie schon alle und bieten uns vielfältige Motive.” – Susanne Bartsch

 

Hörde (“Sketch by bike”)

“Das vierstündige “Sketch by bike” findet im Dortmunder Stadtteil Hörde statt, den wir mit dem Fahrrad erkunden. Es steht unter dem Motto “Strukturwandel: vom Mittelalter über die Zeit des Stahlkochens bis heute“. Der Treffpunkt und die erste Station ist die Hörder City, die zweite Station das Phoenix-Ost-Gelände mit der Burg und dem Phoenixsee, die dritte Station wird das Phoenix-West-Gelände sein. Dort findet auch die einstündige Skywalkführung statt, bei der wir über die ehemaligen Gasleitungen auf die Hochöfen gelangen. Die Tour endet wieder in der Hörder City an der U-Bahnhaltestelle.” – Astrid Hänig-Fischer, Angelika Städtler

 

Abendprogramm

Ab 19:00 Uhr erwartete die Teilnehmer an der Reinoldikirche die letzte Zeichenmöglichkeit des Tages. Rund ein Dutzend Steampunk-Fans hatten sich in ihre Outfits geschwungen um den Sketchern etwa zwei Stunden lang Modell zu stehen. Gestärkt durch die gesponserte Currywurst sowie einen Cocktail, schwangen die Zeichner erneut Stifte und Pinsel.

 

Jetzt profitieren!

Sie möchten auch vom Netzwerk unseres Vereins profitieren und sich an tollen Kooperationsprojekten beteiligen? Schauen Sie gern als Gast bei uns vorbei und lernen uns kennen. Die nächsten Gelegenheiten finden Sie in unserer Terminübersicht.

 

Über das Projekt

Projekt: Kooperationen

Als Verein, der seit 1993 in Dortmund ansässig ist, verfügt der Fotokunst Dortmund e.V. über ein gewisses Netzwerk, das wir Mitglieder aktiv pflegen. Daraus ergeben sich immer wieder Kooperationsgelegenheiten unterschiedlichster Coleur. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl von Kooperationen mit verschiedenen Institutionen in Dortmund und darüber hinaus. Projektleiter: Vorstand Titelfoto: Christian Schwekendiek Blog-Beiträge zum Projekt:

Titelbild: Christian Schwekendiek