Die Monthly Championship Juni 2026 der Fotokunst Dortmund e.V. zeigte, einmal mehr, das hohe Niveau der eingereichten Arbeiten. Die Mitglieder präsentierten eine abwechslungsreiche Auswahl unterschiedlichster fotografischer Themen und Stilrichtungen.
Bewertet wurde, wie immer, nach den Kriterien Inhalt, Technik und Gestaltung. Wie eng das Teilnehmerfeld beieinander lag, zeigt die Differenz zwischen dem ersten und dem zehnten Platz: Sie betrug lediglich 1,11 Punkte. Bemerkenswert ist zudem, dass sich gleich drei Arbeiten den fünften Platz teilten – ein eindrucksvoller Beleg für die hohe Qualität und Ausgeglichenheit des Wettbewerbs.

Platz 1: Raimund (Ø 7,15)
Den ersten Platz unserer Monthly Championship im Juni 2026 sicherte sich Raimund bei seiner ersten Teilnahme mit einer beeindruckenden Nachtaufnahme des Lüntec-Towers (Colani-Ei) in Lünen-Brambauer. Die Aufnahme lebt von ihrem perfekten Zusammenspiel aus Technik und Gestaltung. Das farbig beleuchtete, runde Bauwerk in einen alten Förderturm integriert, hebt sich eindrucksvoll vom kantigen, dunklen Bürogebäude ab und wirkt vor dem dynamischen Himmel zur blauen Stunde beinahe wie ein futuristisches UFO. Die ziehenden Wolken verleihen dem Bild zusätzliche Bewegung, während die dekorativen Lichtsterne den Blick immer wieder auf das Hauptmotiv lenken. Besonders bemerkenswert ist, dass Raimund die Location an zwei aufeinanderfolgenden Tagen aufsuchte und sich die Geduld mit diesem Bild auszahlte. Trotz des starken Windes gelang eine technisch saubere Aufnahme, die er dank Bildbearbeitung noch exakt ausgerichtet hat. Ein stimmiges Wettbewerbsbild, das sowohl durch seine Atmosphäre als auch durch seine präzise Gestaltung überzeugte und verdient den ersten Platz belegte.
Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Monthly Championship Juni 2026.

Platz 2: Jörg-Ilja (Ø 6,96)
Mit seiner poetischen Naturaufnahme erreichte Jörg-Ilja den zweiten Platz. Die elegant geschwungene Pflanze bildet zusammen mit der filigranen Libelle (Weidenjungfer) eine ausgesprochen harmonische Komposition. Der ruhige Hintergrund sorgt dafür, dass sich das Hauptmotiv klar vom Umfeld abhebt und die Aufmerksamkeit vollständig auf das Insekt gelenkt wird. Besonders positiv wurde bewertet, dass genau das scharf dargestellt ist, worauf es ankommt. Die Aufnahme aus dem Westfalenpark in Dortmund strahlt Ruhe und Leichtigkeit aus. Lediglich ein kleiner heller Fleck am unteren Bildrand wurde von einigen Betrachtern als störend empfunden. Insgesamt überzeugt das Bild jedoch durch seine Konzentration auf das Wesentliche und seine feine Bildsprache.

Platz 3: Wilfried (Ø 6,93)
Wilfried belegte mit seiner spektakulären Makroaufnahme einer marmorierten Baumwanze den dritten Platz. Das Bild fasziniert bereits auf den ersten Blick durch seine enorme Detailfülle. Die präzise symmetrische Gestaltung und die exzellente Schärfe lassen den Betrachter tief in eine Welt eintauchen, die mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar ist – die dargestellte Bildbreite beträgt gerade einmal wenige Millimeter. Die markanten roten Punktaugen (Ozellen) setzen dabei wirkungsvolle Farbakzente. Lediglich eine leichte Unschärfe im rechten oberen Bereich wurde angemerkt. Insgesamt ist dies eine technisch außergewöhnliche Aufnahme, die eindrucksvoll zeigt, wie faszinierend Makrofotografie sein kann.
Herzlichen Glückwunsch an Jörg-Ilja und Wilfried für die Platzierungen.
Den vierten Platz erreichte Dietmar mit einer grafisch außergewöhnlich starken Schwarzweißaufnahme aus Kopenhagen. Die geschwungenen Bänke treten in einen spannenden Dialog mit den Linien des Platzbelags und den harten Schatten der Mittagssonne. Gerade diese Konzentration auf Formen, Rhythmus und Kontraste verleiht dem Bild einen ganz eigenen, fast an die Ästhetik der 1970er Jahre erinnernden Charakter. Die Schatten der Blätter lockern die strenge Geometrie auf – wobei gerade dieser Aspekt im Club unterschiedlich bewertet wurde. Unbestritten blieb jedoch die sorgfältige Bildgestaltung und die gelungene Lichtstimmung, die das Bild zu einem der grafischen Höhepunkte des Wettbewerbs machten.
Geteilter 5. Platz
Oliver überzeugte mit einer architektonischen Schwarzweißarbeit, die vor allem durch ihre außerordentliche Präzision beeindruckt. Das Materna-Gebäude auf Phoenix West wird durch die exakt ausgerichteten Fluchten und die konsequente Linienführung zu einer grafischen Komposition. Die monumentale Ruhe des Motivs entsteht aus der perfekten Symmetrie und der ausgewogenen Verteilung von Licht und Schatten. Im Club wurde der enorme Aufwand bei der Bildgestaltung ausdrücklich gewürdigt. Lediglich das kleine Schild oberhalb des Zauns wurde vereinzelt als störendes Detail diskutiert. Insgesamt gehört dieses Bild zu den gestalterisch stärksten Arbeiten des Abends.
Mit seiner reduzierten Aufnahme einer Blüte des Goldmohns zeigte Dittmar eindrucksvoll, wie wirkungsvoll Minimalismus sein kann. Das gezielt gesetzte Licht modelliert die Blüte plastisch aus der Dunkelheit heraus und verleiht ihr eine fast skulpturale Wirkung. Besonders beeindruckte die technisch perfekte Umsetzung, wobei viele überrascht waren, dass der schwarze Hintergrund durch gezieltes Blitzen entstand. Gleichzeitig entwickelte sich eine spannende Diskussion über die Bildgestaltung. Einige hätten die Blüte gerne noch konsequenter mittig platziert, andere vermissten einen kleinen gestalterischen Gegenpol wie Blatt oder Stiel. Der große schwarze Raum wurde unterschiedlich wahrgenommen – für die einen Ausdruck bewusst gesetzten negativen Raums, für andere zu dominant. Gerade diese unterschiedlichen Sichtweisen machen den Reiz des Bildes aus.
Karl-Ulrich erreichte mit seinem ausdrucksstarken Portrait vom Japantag in Düsseldorf ebenfalls den geteilten fünften Platz. Das Bild lebt von seiner intensiven Farbstimmung und der dynamischen Pose des Models. Die spannenden Diagonalen führen den Blick direkt zum Gesicht und weiter zum leuchtend roten Requisit. Durch die gelungene Freistellung bleibt das Hauptmotiv stets dominant, ohne dass der Hintergrund ablenkt. Die Kombination aus Ausdruck, Farbe und Bewegung macht das Bild zu einer lebendigen Inszenierung mit starker Präsenz.
8. Platz – Volker
Ihm gelang mit seiner Küstenszene eine Aufnahme, die vor allem durch ihre erzählerische Kraft besticht. Zwei Angler stehen scheinbar unbeeindruckt vor einer bedrohlich aufziehenden Gewitterfront, während einzelne Sonnenstrahlen die Szenerie noch aufhellen. Gerade dieser Gegensatz zwischen Licht und Dunkelheit erzeugt eine große Spannung. Hinzu kommt die eindrucksvolle Staffelung der Landschaft: Himmel, Wolkenbänder, Berge, Bebauung, Meer und Küste bilden zahlreiche Ebenen und verleihen dem Bild Tiefe. Es ist eine Fotografie, die nicht nur dokumentiert, sondern eine Geschichte erzählt.
9. Platz – Anja
Ihre Aufnahme eines historischen Stadttors in der Toskana überzeugte durch ihren sorgfältigen Aufbau und die gelungene Tiefenstaffelung. Der Blick wird förmlich durch das Tor in die dahinterliegende Gasse gezogen und weckt die Neugier, den Weg selbst zu erkunden. Besonders diskutiert wurde der Kontrast zwischen den weichen Rundbögen und der scharfkantigen Gebäudeecke im Hintergrund. Während einige diesen Gegensatz als störend empfanden, sahen andere gerade darin die besondere Spannung des Bildes. Ein schönes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Bildgestaltung wahrgenommen werden kann.
10. Platz – Ingo
Den Abschluss der Wertung bildet Ingos ungewöhnliches Schafportrait. Gerade weil das Tier durch den engen Beschnitt und seine lange, verfilzte Wolle beinahe surreal wirkt, löste das Bild sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Einige empfanden die Ausstrahlung als eher unheimlich und die Gesamtwirkung als düster. Kritisiert wurden zudem der knappe Beschnitt am oberen Bildrand sowie die Dominanz des Kopfes. Gleichzeitig besitzt das Bild eine starke Eigenständigkeit und bleibt im Gedächtnis – nicht zuletzt, weil es in einem Streichelzoo entstand und damit eine ganz alltägliche Situation in eine fast mystische Szene verwandelt. Manchmal sind es gerade die polarisierenden Bilder, über die am längsten gesprochen wird.
Vielen Dank an Alle, die wieder mitgemacht haben.
Text: Jörg-Ilja Haußmann und Dittmar Graf
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Monthly Championship Juni 2026
Die Monthly Championship Juni 2026 der Fotokunst Dortmund e.V. zeigte, einmal mehr, das hohe Niveau der eingereichten Arbeiten. Die Mitglieder präsentierten eine abwechslungsreiche Auswahl unterschiedlichster fotografischer Themen und Stilrichtungen. Bewertet wurde, wie immer, nach den Kriterien Inhalt, Technik und Gestaltung. Wie eng das Teilnehmerfeld beieinander lag, zeigt die Differenz zwischen dem ersten und dem zehnten […]